Wintersonnenwende Ritual: Frau die in Journal schreibt

Die Wintersonnenwende und die Zyklen des Lebens 

Die Wintersonnenwende am 21.12. ist der Tag der Gegensätze – ein Symbol für Dunkelheit und Licht zugleich. An diesem Tag ist der dunkelste Tag des Jahres, an dem wir die Sonne am wenigsten sehen. Doch ab heute werden die Tage endlich wieder länger und die Hoffnung wächst. Deshalb symbolisiert dieser Tag vor allem auch den Neubeginn

Dieser Tag wird auch Yule oder Julfest genannt. Dieses Jahr findet der Zeitpunkt der Wintersonnenwende am 21.12.2025 um 16:03 statt, kurz vor Sonnenuntergang.

Das Ende von 2025 als 9er Jahr 

Die letzten Monate waren für mich dunkel, sowohl im Außen, als auch im Inneren. Ich musste anerkennen, dass ich nicht länger so weitermachen kann wie bisher.

Das liegt auch daran, dass das Jahr 2025 in der Numerologie ein 9er Jahr ist (2+0+2+5 = 9). 

Ein 9er-Jahr steht für Abschluss und Transformation. Es lädt dazu ein, zurückzublicken, Erfahrungen einzuordnen und zu erkennen, dass jeder Lebenszyklus irgendwann zu Ende geht – um Platz für einen neuen Anfang zu schaffen. Festhalten bringt in dieser Phase selten Erleichterung, denn alles ist im Wandel und darf kommen und gehen.

Herausfordernd kann dieses Jahr vor allem dann werden, wenn wir uns gegen diesen natürlichen Prozess sträuben. Vielleicht ist es eine Arbeit, eine Beziehung oder ein vertrautes Verhaltensmuster, das sich immer wieder zeigt und längst bereit wäre, losgelassen zu werden.

Bestimmt gibt es auch in deinem Leben etwas, das nicht mehr zu dir passt. Das Du nicht mehr ins neue Jahr mitnehmen willst. Mit den untenstehenden Reflexionsfragen unterstütze ich bei der Umsetzung.

Die Dunkelheit als Teil eines Zyklus akzeptieren 

Nach der Zeitumstellung Ende Oktober wird es plötzlich dunkel. In den letzten zwei Monaten hören die Tage für mich um 16 Uhr auf, wenn es dunkel wird. Wo im Sommer mein Tag nach Feierabend angefangen hat mit schwimmen gehen, Freundinnen treffen und in der Sonne liegen hört jetzt mein Tag auf. Jetzt noch rausgehen? Jetzt noch ins Fitnessstudio gehen? Viel zu dunkel und ungemütlich und kalt. 

Ich lebe auf dem Sofa und das einzige was ich schaffe ist es, endlich den Stapel Bücher zu lesen, der schon das ganze Jahr auf meinem Schreibtisch steht, Tee zu trinken und Lebkuchen zu essen. 
Ich gehe um 10 Uhr schlafen und komme trotzdem morgens schwer aus dem Bett. 

Und trotzdem bin ich irgendwie zufrieden. Vor allem als Frauen sind wir nicht dazu bestimmt, jeden Tag gleich zu sein. Es ist nicht natürlich für uns, jeden Tag das Gleiche zu machen und das Gleiche zu geben. Wir durchlaufen jeden Monat unseren eigenen Zyklus, in dem wir an manchen Tagen 120 % und an manchen Tagen 60 % geben. Genauso durchläuft das gesamte Jahr einen Zyklus. 

Gerade befinden wir uns im Winter. Der Winter ist eine Zeit der Ruhe, Reflexion und des Rückzugs. Wir machen langsamer, sind mehr Zuhause, sind weniger aktiv und schlafen mehr. Der Winter ist ein Ausgleich um die zahlreichen Erlebnisse des Sommers zu verarbeiten. Nur wenn wir das Dunkle erleben, können wir auch das Licht wertschätzen. 

Carl Gustav Jung hat dazu gesagt:

Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Lichtfiguren vorstellt, sondern indem man die Dunkelheit bewusst macht. 

Aus den dunkelsten Zeiten in meinem Leben habe ich die wichtigsten Erkenntnisse gewonnen. 

Die Wintersonnenwende und der innere Winter 

Nur wenn wir uns in unserem inneren Winter, einer Zeit der Dunkelheit, mit uns selbst beschäftigen, können wir uns auf den Neuanfang vorbereiten. Nur wenn wir unsere negativen Muster erkennen und sie uns selbst eingestehen. können wir etwas daran verändern. Das ist der erste Schritt. Der erste Fußabdruck im Schnee. 

Die ersten Schritte durch kniehohen Schnee zu machen ist schwierig. Doch je öfter wir durchgelaufen sind, desto leichter wird es dort entlang zu laufen. 

Der erste Schritt ist immer der Schwerste. Wir zerstören die weiße Schneelandschaft, die Illusion, dass alles perfekt ist und dass wir nichts ändern müssen. Doch je öfter wir dort entlanglaufen, desto weiter können wir durch den Schnee sehen und ein neuer Weg entsteht. 

Ich dachte immer, ich muss mich entscheiden. Sommer oder Winter, Bücher lesen oder auf Partys gehen, lachen oder weinen. Doch es gibt nicht nur entweder oder. Das Leben ist keine Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten. Das Leben beginnt erst, wenn wir beide Seiten in uns akzeptieren. 

Wenn wir verstehen, dass das eine nicht ohne das andere existiert. 

Wenn wir ganz werden statt gut. 

5 Rituale für die Wintersonnenwende 

Hier sind 5 Rituale, die Du jedes Jahr unkompliziert selbst Zuhause durchführen kannst. 
  • 1. Licht-Ritual: Das Feuer des Neubeginns
    Zünde bewusst eine Kerze an sobald es draußen dunkel ist und nimm dir einen Moment der Stille. Wenn Du die Möglichkeit hast, mach ein Feuer im Garten und genieße die Wärme der Flammen. Die Wintersonnenwende markiert den Wendepunkt – ab jetzt kehrt das Licht langsam zurück. Nutze dieses Ritual, um Hoffnung, Vertrauen und neue Perspektiven in dein Leben einzuladen.
  • 2. Loslass-Ritual: Altes verabschieden
    Schreibe auf, was dich im vergangenen Jahr belastet hat oder was Du nicht mehr mit ins neue Jahr nehmen möchtest. Das kann eine Gewohnheit sein, eine Freundschaft oder auch ein negativer Gedanke über dich selbst. Bedanke dich innerlich für die Erfahrungen zerreiße den Zettel achtsam. Oder setze dich auf den Balkon und verbrenne den Zettel in einem feuerfestem Gefäß. Dieses Ritual schafft Raum für neues Wachstum.
  • 3. Dankbarkeits-Ritual: Die Dunkelheit ehren
    Schreibe auf, wofür Du in diesem Jahr dankbar bist – auch für die herausfordernden Momente. Die Dunkelheit steht für Tiefe, Ruhe und Erkenntnis. Wie kannst Du sie für dich nutzen? Tue etwas, um diese dunkle Jahreszeit anzuerkennen und zu genießen: Lies ein Buch auf dem Sofa, zünde Kerzen an, nimm ein Bad, fang eine neue Serie an. 
  • 4. Zuhause-Ritual: Dein Umfeld neu ausrichten
    Gestalte einen bewussten Ort in deinem Zuhause – mit Kerzen, Naturmaterialien oder Postern, die dich emotional unterstützen. Stelle immergrüne Zweige in eine Vase, z.B. von Fichte, Kiefer, Wachholder oder Tanne. Diese sind ein Symbol des ewigen Lebens. Nutze Farben wie Dunkelrot, Schwarz, Gold oder Weiß zur Deko. Ein neu ausgerichteter Raum wirkt als visuelles Ritual und begleitet dich durch die kommenden Monate.
  • 5. Visions-Ritual: Intentionen für das neue Jahr
    Die ruhige Energie der Wintersonnenwende eignet sich perfekt, um nach innen zu schauen. Formuliere aus deinen Erkenntnissen aus dem Reflexions-Ritual (siehe unten) 1-3 Intentionen für das kommende Jahr. Ein inspirierendes Poster mit deiner persönlichen Affirmation kann dich täglich an deinen Neubeginn erinnern.

Ein weiteres Ritual, dem ich etwas mehr Raum schenken möchte, weil es das ist, was mir selbst  am meisten in dunklen Zeiten geholfen und mich weitergebracht hat.

Reflexions-Ritual: Das Jahr bewusst betrachten

Heute ist Sonntag und bestimmt bist Du schon im verdienten Weihnachtsurlaub. Nimm dir Zeit für dich, am besten direkt am Morgen oder vor dem Schlafengehen und schnapp dir dein Journal. Mach dir einen Tee, zünde eine Kerze an und setz dich aufs Sofa. Lass dein Jahr in Gedanken Revue passieren, schreibe die wichtigsten Erlebnisse auf und erschaffe dir so deinen persönlichen Jahresrückblick mit bedeutenden Momenten. Du kannst auch schöne Fotos oder ausgeschnittene Bilder in dein Journal einkleben. 

Nutze die untenstehende Reflexionsfragen, die ich für dich vorbereitet habe und schreibe deine Erkenntnisse auf. Anschließend kannst Du sie dir im neuen Jahr nochmal durchlesen. Die Wintersonnenwende lädt dazu ein, innezuhalten und aus der Tiefe heraus Klarheit für den nächsten Lebensabschnitt zu gewinnen.

Reflexionsfragen für die Wintersonnenwende  

  • Wo trage ich Gegensätze in mir? 
  • Was habe ich dieses Jahr über mich gelernt? 
  • Auf was bin ich stolz? Was habe ich erreicht? 
  • Was möchte ich dieses Jahr loslassen? 
  • Welche Beziehungen haben mir gut getan? Welche nicht? 
  • Wie möchte ich meine Beziehung und meine Freundschaften im nächsten Jahr gestalten? 
  • Wie möchte ich meine Beziehung zu mir selbst gestalten? 
  • Was tue ich nur um jemand zu gefallen oder mich anzupassen? 
  • Wo will ich mehr Grenzen setzen? 
  • Was will ich nächstes Jahr unbedingt erleben? 
  • Wie will ich mich nächstes Jahr fühlen? 
  • Was sind die ersten kleinen Schritte, die ich machen kann, um das zu erreichen? 
Ich wünsche dir eine wärmende, gemütliche und erkenntnisreiche Wintersonnenwende, die dich auf einen leuchtenden Neubeginn vorbereitet. 

Quellen

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